Zwei Arten von Präfixen
Das Byte ist der gemeinsame Ausgangspunkt, doch die Präfixe folgen zwei Skalen. Im dezimalen SI-System entsprechen 1 kB genau 1.000 Byte, 1 MB einer Million Byte, 1 GB einer Milliarde Byte und 1 TB einer Billion Byte. Das sind Zehnerpotenzen. Die Großschreibung ist wichtig: B steht für Byte und b für Bit.
Die binäre Familie verwendet Potenzen von 1.024 und eigene Bezeichnungen. Ein KiB sind 1.024 Byte, ein MiB 1.048.576 Byte, ein GiB 1.073.741.824 Byte und ein TiB 1.099.511.627.776 Byte. Die IEC trennt diese Namen zur eindeutigen Kennzeichnung. Ein unkommentiertes „MB“ sollte deshalb nicht heimlich 1.048.576 Byte bedeuten.
Ein nachgerechnetes Beispiel
Angenommen, eine Datei enthält exakt 1.000.000.000 Byte. Das sind dezimal 1 GB. Teilt man dieselbe Bytezahl durch 1.073.741.824, erhält man ungefähr 0,9313 GiB. Es fehlen keine Daten: Beide Angaben beschreiben dieselbe Menge. Ebenso ergeben 1.000 MB nach Division durch 1,048576 ungefähr 953,674 MiB.
Bei größeren Präfixen wächst der sichtbare Abstand, weil sich die Verhältnisse fortsetzen. Ein dezimales TB entspricht ungefähr 0,9095 TiB, noch bevor Formatierung und Dateisystem betrachtet werden. Für einen fairen Vergleich sollten beide Angaben zuerst in Byte oder dieselbe benannte Einheit umgerechnet werden. Runden Sie erst das Endergebnis, damit kleine echte Unterschiede sichtbar bleiben.
- 1.000.000.000 Byte
- 1 GB dezimal
- ungefähr 0,9313 GiB binär
Wo die Unterscheidung hilft
Die Unterscheidung ist nützlich, wenn man die Aufschrift eines Datenträgers mit einer Systemanzeige vergleicht, Sicherungen plant, Cloud-Kontingente prüft oder eine Dateigröße kontrolliert. Bei Übertragungsraten kommt ein weiterer Stolperstein hinzu: Mb/s bezeichnet Megabit pro Sekunde, MB/s dagegen Megabyte pro Sekunde. Acht Bit sind ein Byte; die Großschreibung verändert die Größenordnung deutlich.
Zeigt ein Programm weniger als die Verpackung, prüfen Sie zunächst die Einheit und Dokumentation. Ein Dateisystem benötigt außerdem Platz für Metadaten, und Oberflächen können unterschiedlich runden. Diese Effekte sind unabhängig voneinander. Die Umrechnung von GB zu GiB erklärt nur den Teil, der durch den Wechsel zwischen dezimaler und binärer Skala entsteht.
So prüfen Sie eine Angabe
Notieren Sie Zahl und Einheit genau wie in der Quelle. Wenn die Bytezahl bekannt ist, teilen Sie durch 1.000.000 für MB oder durch 1.048.576 für MiB. Für GB und GiB lauten die Teiler 1.000.000.000 und 1.073.741.824. MultiVerto bietet direkte Umrechnungen für MB zu MiB, GB zu GiB und TB zu TiB.
Geben Sie in Berichten Original und Umrechnung nebeneinander an, etwa „1 GB (ungefähr 0,931 GiB)“. Damit ist die Konvention für spätere Leser erkennbar. Beim Kauf oder bei einer Kapazitätswarnung zählt die Einheit im Vertrag beziehungsweise in der Software, nicht eine lose Abkürzung. Eine neue Schreibweise vergrößert den tatsächlich nutzbaren Speicher nicht.
Den Kontext einer Kapazität prüfen
Beworbene Gerätegröße, Partitionsgröße, freier Platz und die Summe gespeicherter Dateien sind unterschiedliche Größen. Klären Sie vor einem Vergleich, welche davon die Anzeige meint. Ein formatiertes Volume kann weniger nutzbaren Platz als das physische Gerät bieten; der freie Platz hängt zusätzlich von vorhandenen Dateien ab. Eine Einheitenumrechnung allein kann solche verschiedenen Zählweisen nicht ausgleichen.
Für eine nachvollziehbare Prüfung notieren Sie Ausgangszahl, Einheit, möglichst die exakte Bytezahl und den Zustand des Laufwerks. Rechnen Sie die Bytes nach beiden Konventionen um und vergleichen Sie gleiche Größen. Bleibt eine relevante Abweichung, prüfen Sie Partitionen, reservierten Platz und die Darstellung des Dateisystems. Die Umrechnung ist der erste Diagnoseschritt, nicht die Erklärung für jede Lücke.
Bei einer Backup-Planung zählt außerdem, ob ein Dienst die logische Dateigröße, belegte Blöcke oder die Größe nach Komprimierung berechnet. Diese Werte können für denselben Datensatz abweichen. Kontrollieren Sie deshalb die Abrechnungsregel des Dienstes und rechnen Sie erst dann seine Grenze in die gewohnte Einheit um. So bleibt die Rechnung auf die tatsächlich verglichene Größe bezogen.